Bodo Banger – Wie ein Gütersloher zum Pornodarsteller wurde

Veröffentlicht von askmedien am

Wie kommt man in das Pornobusiness? Was passiert bei einem Casting und wann ist man zu alt für den Job?

Jemima Wittig

Gütersloh. Er kommt zu früh. Eine Stunde früher als verabredet erscheint Julian Krause (Name geändert) in blauem Hoodie und mit umgeschnallter Bauchtasche in der Redaktion. „Ich habe einen früheren Zug gekriegt“, begründet er sein Auftauchen. Er ist auf dem Weg von Berlin nach Essen und legt in seiner Heimatstadt Gütersloh einen Zwischenstopp ein. In Essen soll er in dem Porno „Straßenflirt“ mitspielen. Der 35-Jährige ist seit neun Jahren in Erotikfilmen zu sehen. Knapp 200 seien es inzwischen.

 

Er erzählt offen von der Arbeit, lacht viel und macht große Gesten mit Händen und Armen dabei. Seine Familie in Harsewinkel habe nie ein Problem mit seiner Tätigkeit gehabt. „Meine Mutter hatte nur Angst, dass ich mir irgendwas einfange“, sagt er. Er habe ihr aber versichert, dass alle Darsteller regelmäßig Gesundheitschecks machen müssten und nur mit Schutz gearbeitet werde. „Das ist sicherer als wenn man jemanden nach einer Party abschleppt“, sagt er. „Wir sind da vorsichtiger als Normalos, immerhin hängt nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Karriere davon ab.“ Auch seine Freunde in Gütersloh hätten zu 98 Prozent positiv reagiert. „In Harsewinkel denkt man nicht an einen Job im Fernsehen.“

Erste Auftritte in „Berlin Tag und Nacht“ und „X-Diaries“ …

2001 macht er den Abschluss an der Städtischen Realschule. Fällt dort als Klassenclown auf. „Ich habe es schon immer geliebt, Leute zum Lachen zu bringen.“ Auch in der Schule steht er vor der Kamera. Er ist in der Film AG und spielt im Ferienlager in Theaterstücken mit. Es folgt eine Ausbildung zum Industriemechaniker mit der Fachrichtung Produktionstechnik bei einem großen Landmaschinenhersteller.

Dort arbeitet er dann auch mehrere Jahre. „Ich habe gemerkt, dass das nicht das ist, was ich mir für mein Leben vorgestellt habe“, sagt er. Denn seit einem Motorradunfall, den er mit 16-Jahren hatte und nachdem er eine Woche lang im Koma lag, will er was erleben. Er zieht also nach Köln und stößt dort gemeinsam mit seiner Freundin auf den Aufruf einer Castingagentur, die Darsteller für Reality-Formate sucht.

… gefolgt vom Casting für einen Porno, nach einer Trennung

Es folgen ab 2010 Auftritte beiRTL 2in „Berlin Tag und Nacht“ und „X-Diaries“. „Das war wie Urlaub plus“, sagt er. „Wir hatten einfach Spaß vor der Kamera.“

Zum Porno habe er sich dann „gegoogelt“. Auf die Trennung von der Freundin folgt ein durchzechter Abend mit einem Freund, bei dem sie auch einen Porno schauen. „Er meinte dann, Pornodarsteller müsste man sein. Da hat man solche Trennungsprobleme nicht“, erinnert er sich. „Ich dachte mir: Warum nicht? Immerhin bin ich gerne vor der Kamera und habe gerne Sex. Warum sollte ich das nicht kombinieren?“

Gesagt getan: Krause meldet sich für ein Casting an und wird nach Berlin eingeladen. „Hauptsache durchhalten“, sei bei so einem Casting die Devise. Drei Etappen müsse man überstehen, bis man angenommen werde. In der ersten setzt er sich gegen 30 Männer beim sogenannten „Anblasen“ durch. Danach geht es zur Sache. Er wird schließlich ausgewählt. Zusammen mit zwei weiteren Männern. Einer ist heute sein bester Freund, den anderen, den er „Horseman“ nennt und dabei die Hände weit auseinander hält, habe er danach nicht mehr gesehen.

1.000 Frauen in 200 Filmen

Nach seiner Rolle in „Berlin Tag und Nacht“ nennt er sich Bodo und ein Filmproduzent hängt das Banger an. Bodo Banger ist geboren. „Wer mich nach 2010 kennen gelernt hat, nennt mich Bodo und nicht Julian“, sagt Krause, der seinen Beruf als „Freigeist und Lebemann“ bezeichnet. Der Dreh eines Pornos dauere in der Regel nicht sehr lange. Auf die Vorbereitungen der Drehorte, den Aufbau des Sets, den Abgleich der Verträge und der Gesundheitschecks folge dann der „schöne Teil“. In einem Zeitraum von zwei Stunden und einem Tag sei dann alles abgedreht. Mit knapp 1.000 Frauen habe er in den 200 Filmen bis heute gearbeitet.

Sein eigener Rap-Porno soll ihn auch in Zukunft in der Branche halten

Seine eigenen Filme habe er sich erst nie angesehen. „Ich habe den Spaß gehabt und muss ihn mir nicht anschauen“, sagt er. Inzwischen sammelt er seine DVDs aber, als „Schätze fürs Alter“. Mit Mitte 30 sieht er sie sich dann aber doch auch mal an. „Ich gucke einfach, wie ich rüber komme“, sagt er. Aber solange er gebucht werde und er und seine Partnerin sich wohlfühlten, wolle er in dem Business bleiben. Trotzdem müsse man im Internetzeitalter kreativ sein, wenn man weiter gebucht werden will – auch wenn er jetzt mehr verdiene, als er in seinem Ausbildungsberuf bekommen hätte.

Als neues Format hat Krause gerade den, wie er ihn nennt, „ersten Rap-Porno“ gedreht, bei dem er nicht nur als Schauspieler, sondern eben auch als Rapper auftritt. Geplant war ein Erscheinen Anfang des Jahres. Etwas verspätet solle der Film aber bald kommen.

Absofort kannst du dir den ersten Rap-Porno dir anschauen … hier geht es weiter !

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